Bundesratsbeschluss betreffend die Versorgung mit Brennholz (vom 15.10.1920)

Die Regierungen der Kantone,welche unter Mangel an Brennholz leiden,sind ermächtigt:

a) Die Vorrätevon gefälltem Brennholz aufzunehmen,deren Beschlagnahme zu verfügen,die beschlagnahmte Ware zu enteignen und deren richtige Verwendung und Verteilung anzuordnen;

b) zur Steigerung der Brenholzproduktion Vorschriften über die Sortimentsbildung zu erlassen;

c) zur Regelung des Brennholzverkehrs schon bestehende Transportbeschränkungen aufrecht zu erhalten;

d) Höchstpreise für Brennholz festzusetzen.

 Machen die Kantone von den lit.c,vorgesehenen Massnahmen Gebrauch,so dürfen für die Erteilung von Transportbewilligungen Gebühren erhoben werden.

Die Gebühren und Transportbeschränkungen sind jedoch so zu gestalten und zu handhaben,dass dadurch die Versorgung anderer Kantone mit Brennholz nicht verunmöglicht wird.

Mit dem Inkrafttreten dieses Beschlusses sind alle ihm widersprechenden Bestimmungen der bisherigen Erlasse des Bundes und der Kantone über die Brennholzversorgung aufgehoben.

Es bleiben dagegen unverändert in Kraft bestehen die Bundesratsbeschlüsse:

 vom 23.Februar 1917 betreffend Ueberwachung der Holznutzungen in den privaten Nicht-Schutzwaldungen;

 vom 20.April 1917 betreffend Erhöhung der Bussen für verbotene Abholzungen;

 vom 16.Oktober 1917 betreffend das Sammeln von Leseholz;

 vom 23.September1918 betreffend den land-und forstwirtschaftlichen Liegenschaftsverkehr.

Gegenwärtiger Beschluss tritt mit dem 25. Oktober 1920 in Kraft und bleibt wirksam bis 1.Mai 1921. Auf diesen Tag treten sämtliche von den Kantonen gestützt auf diesen Beschluss erlassenen Verfügungen ausser Kraft.

“Wer Wald will, muss Holz brauchen”

Unser Wald wächst weiter erfreulich stark und die Wuchskraft ist gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen immer noch ungebrochen. Zudem befinden sich die Holzvorräte im Schweizer Wald auf rekordverdächtiger Höhe, und die Nutzung schöpft nicht einmal den Zuwachs ab.

Also – der Rohstoff Holz wächst und wächst und wächst. Mit Freude können wir feststellen, dass die Beliebtheit des Rohstoffes Holz weiter gross ist, und zudem die Konkurrenzfähigkeit im heutigen wirtschaftlichen Umfeld massiv zugelegt hat.

Trotz dieser guten Botschaft für den Wald und seinen Rohstoff Holz ist der Holzerlös unerfreulich tief. Für den Waldeigentümer ist er – gestern, heute und morgen – der Motor für die Waldpflege und die Waldnutzung. Mit allen Rationalisierungsbestrebungen und überbetrieblicher Zusammenarbeit lässt sich das nicht wettmachen. Angesichts dieser Tatsache ist eine Verbesserung der Holzerlöse unerlässlich. Denken Sie dran: Wer Wald will, muss Holz brauchen!

Brennwerte verschiedener Brennhölzer in KW / h

Harthölzer mit relativ hoher Dichte haben im Gegensatz zu Nadelhölzern mit eher niedriger Dichte einen hohen Brennwert.

Tabelle Brennwerte Brennholz

Tabelle Brennwerte Brennholz

Mit Holz heizen

Um die Zukunft erfolgreich zu gestalten, muss man aus der Vergangeheit lernen. Nachhaltigkeit anstelle kurzfristigen Denkens ist auch in der Energieversorgnung gefordert. Dabei spielt Holz als Energieträger eine wichtige Rolle. Der Brennstoff ist CO2-neutral und beugt der Klimaerwärmung vor.

Heizen mit Holz heisst heizen im Einklang mit der Natur. Kreislauf statt Ressourcen-Raubbau: Das geschlagene Holz wächst nach und bindet dabei gleichviel CO2, wie bei seiner Verbrennung oder Verrottung freigesetzt wird.

Holz ist CO2 neutral

Seit mehreren Jahrhunderten nutzt der Mensch bereits die Möglichkeit, aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Mineralöl Energie zu gewinnen. Nach einer Periode des bedenkenlosen Einsatzes dieser Ressourcen weiss man heute, dass diese “billige” Energiequelle beim derzeitigen Verbrauch nicht ewig verfügbar sein wird. Hinzu kommt die Gefährdung des Weltklimas durch das Verbrennungsprodukt CO2 aus fossilen Brennstoffen: Zwar handelt es sich auch bei Erdöl und Erdgas um im Laufe von Jahrmillionen gespeicherte Sonnenenergie. Der in diesen Energieträgern gebundene Kohlenstoff wird bei der Verbrennung allerdings in so grossen Mengen wieder frei, dass er zu einem Ungleichgewicht im CO2-Haushalt der Erde und zu einem Anstieg an atmosphärischem Kohlendioxid führt (“Treibhauseffekt”). Im Gegensatz dazu wird bei der Verbrennung von Holz nur jene Menge an CO2 frei, die der Baum der Atmosphäre davor entnommen hat und die damit dem natürlichen CO2-Kreislauf unterliegt.